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Blue Weekend

Blue Weekend

Veröffentlicht: 2021-06-04
℗ 2021 Dirty Hit
Blue Weekend - QR Code
11 Tracks
40:10
Jetzt kaufen im iTunes Store
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Veröffentlicht: 2021-06-04
℗ 2021 Dirty Hit

„Wir haben die reinste Form von Wolf Alice destilliert.“

Als Wolf Alice an ihrem dritten Album werkelten, machten sie eine lustige Übung: „Wir spielten unsere Demos gerne auf stumm geschaltete Filmtrailer oder auf bestimmte Filmszenen“, erzählt Leadsängerin und Gitarristin Ellie Rowsell im Gespräch mit Apple Music. „Wir wollten ein Gefühl dafür bekommen, ob wir musikalisch den richtigen Vibe eingefangen hatten. Dabei haben wir oft mit dem Wort ‚cinematic’ um uns geworfen, als wir versuchten, den gewünschten Sound zu beschreiben. Es war also irgendwie ein lustiger Lackmustest für uns. Besonders, wenn man die Musik über die Serie „Skins“ legt.“
Nach der ersten Hälfte des Eröffnungsstücks „The Beach“ auf „Blue Weekend“ haben Wolf Alice die Kategorie „cineastisch“ abgehakt und verschiedene Filmmusiken voller Emotionen, Stimmungen und klanglicher Innovationen abgedeckt – bis zum (passend betitelten) letzten Song „The Beach II“. Es ist ein triumphales Gitarren-Album geworden, das sowohl Fan-freundlich als auch experimentell ist. Mal klingt es trotzig laut, mal wunderschön leise. „Wir haben die reinste Form von Wolf Alice destilliert“, sagt Schlagzeuger Joel Amey.
„Blue Weekend“ folgt auf das mit dem Mercury Prize ausgezeichnete zweite Album „Visions of a Life“ aus dem Jahr 2017. Und seine Entstehung kam zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die Nord-Londoner: „Es war eine eindrucksvolle Erfahrung, wieder in Kontakt mit dem eigentlichen Schreiben und Schaffen von Musik zu kommen – und zwar als Band“, sagt Bassist Theo Ellis. „Wir tourten sehr lange mit „Visions of a Life“ und spielten jedes Mal eine ähnliche Setlist. Wir begannen, Roboterversionen von uns selbst zu werden. Als wir in der ersten Schreibphase von „Blue Weekend“ wieder zusammenkamen, mieteten wir zunächst ein Airbnb in Somerset und hatten eine komplett freie Kreativsession. Wir zeigten uns gegenseitig all unsere verrückten Ideen – und das war wirklich verdammt lustig. Ich hatte ganz vergessen, wie viel Spaß es macht, mit dem Rest der Band Musik zu machen, und dass es nicht nur darum geht, jeden Abend einen Gig zu spielen.“
Die verrückten Ideen entstanden während der Sessions mit Produzent Markus Dravs (Arcade Fire, Coldplay, Björk) in Brüssel während des Lockdowns im Jahr 2020. „Er ist ein Produzent, der alles überblickt. Für ihn geht es darum, alles für den bestmöglichen Song zu tun“, sagt Gitarrist Joff Oddie. „Unsere Herangehensweise ist es dabei, jede Menge auszuprobieren, viele Layer draufzulegen und mit vielen Sounds zu spielen. Ich denke, dass wir die richtige Balance gefunden haben.“ Tracks wie „Delicious Things“ und „The Last Man on Earth“ haben dabei die Eleganz eines David Bowie. „Smile“ und „Play the Greatest Hits“ wurden für die feiernden Festival-Massen geschrieben, während Rowsells Songwriting nie mehr Verletzlichkeit gezeigt hat als bei „Feeling Myself“ sowie dem wunderschönen „No Hard Feelings“. „Es ist ein Song, der viele verschiedene Inkarnationen hatte, bevor er seinen Platz auf dem Album fand“, sagt Oddie. „Ein echtes Qualitätsmerkmal für den Song. Ich liebe einfach Ellies zärtlichen Gesang. Es ist ein wunderbares Stück Songwriting: Prägnant und auf den Punkt gebracht, gleichzeitig bewegt es mich sehr.“
Stellt sich die Frage, ob es bei einem so facettenreichen Album ein übergreifendes Thema gibt? „Jeder Song repräsentiert tatsächlich seine eigene Geschichte“, sagt Rowsell. „Doch im Nachhinein ist durchaus ein roter Faden zu erkennen. Es geht viel um Beziehungen zu Partnern, Freunden und zu sich selbst und damit auch um Themen wie Liebe und Angst. Jeder Song wirkt aber auch für sich und kann unabhängig von den anderen gehört werden. So wie ich Trost im Schreiben und Musizieren finde, würde ich mich sehr freuen, wenn jemand eine ähnliche Erfahrung beim Hören dieses Albums machen würde. Mir gefällt, dass dieses Album verschiedene Songs für verschiedene Stimmungen bereithält. Während man sich zu ‚Play the Greatest Hits‘ austoben kann, fühlt man sich zu ‚Feeling Myself’ bestärkt und kraftvoll. ‚No Hard Feelings’ dagegen könnte einen befreienden Schrei auslösen. Das wäre echt schön.“

© Apple Music