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I quit

I quit

Veröffentlicht: 2025-06-20
A Polydor Records Release; ℗ 2025 HAIM Productions Inc., under exclusive licence to Universal Music Operations Limited
I quit - QR Code
15 Tracks
53:01
Jetzt kaufen im iTunes Store
Anhören auf Apple Music
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Veröffentlicht: 2025-06-20
A Polydor Records Release; ℗ 2025 HAIM Productions Inc., under exclusive licence to Universal Music Operations Limited

Das neue Album der Schwestern ist für sie wie ein Befreiungsschlag

Auch wenn HAIM ihr viertes Studioalbum – und das erste seit „Women In Music, Pt. III“ aus dem Jahr 2020 – „I quit“ genannt haben, werfen die drei Schwestern garantiert nicht alles hin. „Aufgeben gilt in der Regel als Kapitulation“, sagt Bassistin und Sängerin Este Haim gegenüber Apple Music. „Aber für uns bedeutet es, einen Neuanfang zu wagen und auf uns selbst zu setzen. Wir lassen Dinge los, die uns nicht mehr guttun.“

Der Nachfolger ihres Grammy-nominierten Albums ist nach einer Szene aus dem Film „That Thing You Do!“ von 1996 benannt. Darin verlässt der Frontmann einer Band die Gruppe, schnippt mit den Fingern und sagt singend: „I quit“ – ein Move, der bei den Musikerinnen von HAIM zum Insiderwitz wurde. „Eines Tages haben wir ihn beim Mikrofoncheck wieder gebracht“, erzählt Este. „Da sagten wir: ‚Moment, sollten wir unser Album so nennen? Sag das noch mal.‘ ‚Sollten wir?‘ Und ab da entwickelte das Ganze ein Eigenleben.“

Produziert von Rostam und Leadsängerin/Gitarristin Danielle Haim, teilt das neue Album noch mal ordentlich gegen die Menschen aus, von denen die drei Schwestern enttäuscht oder verletzt wurden. Schon das Artwork der Single „Relationships“ – inspiriert von Paparazzifotos, allen voran das legendäre Bild von Nicole Kidman nach ihrer Scheidung – zeigt: Es geht nicht nur um romantische Rückschläge, sondern um das Promi- und Musikgeschäft generell. Passend dazu beginnt das Album mit dem Track „Gone“, der George Michaels Hit „Freedom! ’90“ sampelt und damit die Message vorgibt: Die Musikerinnen befreien sich von allem, was sie irgendwie zurückhält. So singt Danielle: „I’ll do whatever I want/I’ll see who I wanna see/I’ll fuck off whenever I want/I’ll be whatever I need“ („Ich mache, was ich will / Ich treffe, wen ich treffen will / Ich gehe, wann immer ich will / Ich bin, was immer ich brauche“).

Ihre Songs reichen von groovig („Down to be wrong“) über nostalgisch („Take me back“) und verträumt („Lucky stars“) bis zu bluesig („Blood on the street“). „All over me“ klingt wie aus einer Rom-Com der 1990er, während „The farm“ eine Atmosphäre versprüht, die an Sheryl Crow erinnert. Das nachdenkliche „Everybody’s trying to figure me out“ – mitgeschrieben von Justin Vernon von Bon Iver – ist eine Reflexion über Selbstakzeptanz: „Everybody’s got their own decisions, and I know that I’ve got mine/And I’ll be fine.“ („Alle treffen ihre eigenen Entscheidungen, und ich weiß, dass ich meine treffe / Und es wird mir gut gehen.“)

Letztendlich ist das neue Werk jedoch vor allem für die Bühne gemacht. Und das sei entscheidend für den kreativen Prozess der Band, wie Este erklärt: „Wir denken beim Songwriting immer an unsere Liveshow. Denn dafür schlägt unser Herz, das Livespielen.“

„Gone“
Alana Haim: „‚Gone‘ war tatsächlich der letzte Song, den wir für dieses Album geschrieben haben. Wir hörten uns das Album an und fanden, dass die Welt von ‚I quit‘ eine Einleitung benötigte. Bevor ‚Gone‘ existierte, ging es einfach sofort los. Aber wir brauchten diesen Einstieg à la: ‚Okay, das Album beginnt.‘ Wir fingen mit den Gitarrennoten an – ich glaube, die kamen von Danielle – und ab da ging‘s einfach weiter. Ich denke, alle Songwriter:innen würden zustimmen, dass es eine spirituelle Muse gibt, die sich einem manchmal in den Kopf setzt. Wir lieben sie und beten, dass sie uns wohlgesonnen ist und uns als Sprachrohr benutzen möchte. Wir hingen an dieser einen Note fest, als Danielle plötzlich mit: ‚Can I have your attention please!‘ (‚Darf ich um eure Aufmerksamkeit bitten?‘) herausplatzte. Und da war klar: ‚Oh, jetzt geht‘s los.‘“

„All over me“
Alana Haim: „Es gibt vielleicht Menschen, die sehr offen mit ihren Geschwistern umgehen. Wir nicht. Ich will nichts damit zu tun haben! Aber während wir an ‚All over me‘ schrieben, waren wir alle single und machten dabei sehr unterschiedliche Erfahrungen. Aber irgendwie teilten sie sich alle einen Ausgangspunkt: Wir hatten One-Night-Stands und erlebten dabei die verrücktesten Geschichten. ‚All over me‘ ist dieser Zeit entsprungen.“

„Relationships“
Danielle Haim: „Dieser Song war einer der kompliziertesten – um ehrlich zu sein, gibt es davon auf jedem Album einen. Das ist dann auch irgendwie immer unser Favorit. ‚The Wire‘ war sehr kompliziert. ‚Want You Back‘ war mega kompliziert. ‚The Steps‘ war extrem kompliziert. Dieser Song ist vom gleichen Schlag. Es hat eine Menge verschiedene Versionen des Songs gegeben, aber für mich ist es einer der besten Songs, die wir je geschrieben haben.“

„Down to be wrong“
Danielle Haim: „Wir wussten, dass wir im Studio mit Rostam Songs schreiben würden und dass er uns immer bei der Suche nach verschiedenen Sounds unterstützt. Natürlich war uns klar, dass wir an einem Album arbeiteten. Aber erst, als wir diesen Song geschrieben hatten, wurde uns bewusst: ‚Okay, wow, wir haben etwas Erstklassiges.‘ Das soll jetzt nicht blöd klingen, aber bei diesem Track dachten wir: ‚Krass, dieser Song ist echt großartig.‘ Und als wir dann beim Refrain ankamen, war es, als hätte sich ein Schalter umgelegt.“
Alana Haim: „Als wir diesen Refrain schrieben, in dem wir einfach nur schreien, haben wir uns vorgestellt, ihn live mit dem Publikum zu schreien und diese Last von den Schultern fallen zu spüren. Es war ein sehr befreiender Tag im Studio.“

„Take me back“
Danielle Haim: „Unser Freund Tobias Jesso Jr. war in der Gegend, als wir im Studio daran arbeiteten. Ehrlich gesagt hatten wir nicht vor, etwas zu schreiben; wir wollten ihm nur zeigen, woran wir gearbeitet hatten. Er stammt aus Vancouver und irgendwie kamen wir auf die Highschool zu sprechen und darüber, was wir während der Highschool gemacht haben.“
Este Haim: „Fairerweise muss ich sagen, dass wir drei alle auf die gleiche Highschool gegangen sind, also haben wir nicht wirklich Ahnung davon, wie es ist, woanders zur Schule zu gehen.“
Alana Haim: „An diesem Tag an diese seltsame Zeit zurückzudenken, erfüllte uns mit viel Freude und Nostalgie.“

„Love you right“
Danielle Haim: „Das war einer der ersten Songs, die wir geschrieben haben. ‚Love you right‘ entstand aus einem Drumbeat. Ich hatte das Gefühl, dass wir diese Art von launischem, wirklich im Takt liegendem Schlagzeug brauchen, das irgendwie entfernt klingt. Ich habe es vor meinem inneren Auge gesehen.“
Alana Haim: „Schlagzeuge inspirieren uns sehr. Viele dieser Songs kamen zustande, weil Danielle Sachen am Schlagzeug ausprobiert hat.“

„The farm“
Alana Haim: „Es war ein trüber Tag im Studio. Als wir an diesem Album arbeiteten, waren wir durch die Bank extrem glücklich darüber, dass wir single waren. Aber dann gibt es auch diese Momente, in denen du reflektierst. Wo du allein zu Hause sitzt und feststellst, dass du ein Mensch mit Gefühlen bist. Wo du dich in deinem Haus umschaust und alles leise ist. Du sitzt da einfach im Stillen und stellst fest: Weißt du was? Ich bin allein. ‚The farm‘ ist diese Art von Song, in dem man über diese Zeit des Alleinseins nachdenkt. Die wichtigste Lektion des Lebens ist die Fähigkeit, mit sich selbst allein zu sein.“

„Lucky stars“
Danielle Haim: „Es ist ein sehr optimistischer Song. In den letzten paar Jahren gab es wirklich tolle Zeiten, in denen wir neue Leute kennengelernt haben. Einige von ihnen waren plötzlich einfach fester Bestandteil unseres Lebens. Es war nicht immer von Dauer, aber es war lustig und inspirierend. Man dachte sich einfach: Warte mal, diese Person ist echt super. Hier geht es darum, seine Komfortzone zu verlassen. Sich zu fragen, warum manche Menschen in unser Leben treten und dafür dankbar zu sein. Aber auch darum, einfach mal zu sagen: ‚Wow, ich bin so froh, diesen Menschen getroffen zu haben.‘ Ich frage mich, ob das Vorsehung war oder einfach so passiert ist.“

„Million years“
Alana Haim: „Zu sagen: ‘I’ll carry you on my back even if it takes a million years’ (‚Ich trage dich auf meinem Rücken, auch wenn es eine Million Jahre dauert‘), ist für mich wie eine Ode an meine Geschwister. Immer, wenn ich mich schlecht fühle, bin ich so dankbar, dass ich mit meinen beiden besten Freundinnen geboren wurde. Wenn es mir schlecht geht, kann ich meine Geschwister anrufen und sie wissen genau, was sie sagen müssen. Es ist eine Hommage an alle Menschen in deinem Leben, die immer ansprechbar sind, die dir den Rücken freihalten.“

„Everybody’s trying to figure me out“
Danielle Haim: „Dieser Song liegt mir sehr am Herzen. Es ist wahrscheinlich mein Lieblingssong auf dem Album. Er begann mit einer Art Panikattacke nach der Tour. Ich erinnere mich nur daran, dass ich mich hingesetzt und geschrieben habe: ‚Everybody’s trying to figure me out and that’s all right‘ (‚Alle versuchen, mich zu verstehen, und das ist okay‘). Zu dem Zeitpunkt hatte ich einige Menschen aus den Augen verloren und kämpfte viel mit meinen Gedanken. Ich habe den ganzen Song als eine Art Mantra benutzt, um mich daran zu erinnern, dass es mir gut geht und dass ich nicht sterben werde, auch wenn es sich so anfühlt. Wenn ich merke, dass ich in Panik verfalle, ist das ein wirklich hilfreiches Motto.“

„Try to feel my pain“
Danielle Haim: „Es ist ein bisschen, als würde man einen Spiegel hochhalten – vielleicht ein bisschen sich selbst und vielleicht ein bisschen dem:der Partner:in. Dabei stellt man fest, dass man sich in einer Beziehung manchmal ein bisschen taub fühlen kann. Und ich finde, das ist ein bisschen so, als würde man die Karten offen auf den Tisch legen und einen Spiegel davorhalten.“

„Spinning“
Alana Haim: „Der erste Song, bei dem ich als Frontsängerin gesungen habe – echt beängstigend! Ich hatte gerade angefangen, jemanden zu daten, und ich war so verdammt besessen von diesen schmalzigen ersten vier Tagen, in denen man sich total verliert. Du wirst angerufen und sobald du den Namen auf dem Bildschirm siehst, hast du Schmetterlinge im Bauch. All diese schnulzigen ersten Momente. Die Beziehung endete, kurz nachdem ich den Song geschrieben hatte. Ich stürze mich Hals über Kopf in jede Beziehung; ich schlage wirklich alle Vorsicht in den Wind. Der Mann, um den es geht, hat keine Ahnung davon. Im Großen und Ganzen war das ein sehr unbedeutender Teil meines Lebens, aber in jenem Moment war es großartig. Ich wünschte, ich könnte das Gefühl festhalten. Stattdessen lebt es in diesem Song weiter.“

„Cry“
Este Haim: „Das ist der erste Song, bei dem ich allein als Frontsängerin gesungen habe – wie Alana sagte, total beängstigend. Ich sehe mich in erster Linie als Bassistin und vielleicht danach als Sängerin. Als wir [an diesem Tag] ins Studio kamen, weinte ich, was nicht selten vorkommt. Ich neige dazu, Dinge zu fühlen – vielleicht nicht mehr als andere, aber ich bin sehr sensibel. Ich war fast fünf Jahre mit jemandem zusammen und wir haben uns in völligem Einvernehmen getrennt. Aber selbst wenn das passiert, trauert man der Beziehung oft nach. Fast so, als würde man seine:n beste:n Freund:in verlieren. Ich habe im Studio darüber gesprochen und seinen Namen gesagt und bin einfach in Tränen ausgebrochen. Ich kann mich nicht erinnern, welche Schwester es war – es könnte sogar Rostam gewesen sei – aber jemand sagte: ‚Wir sollten vielleicht mit Musik darüber sprechen. Lasst uns dieses Gefühl nutzen, solange es frisch ist.‘ Ich hatte viel von meinen Gefühlen unterdrückt, um einfach nur zu überleben. Hoffentlich werde ich das auf der Tour durchstehen. Selbst als ich [den Song] im Studio hörte, fing ich an zu weinen. Ich hoffe, ich kriege das unter Kontrolle, und unterziehe mich vorher einer Tränendrüsenoperation, bei der ich die Drüsen dicht machen lasse.“

„Blood on the street“
Alana Haim: „Auf unserem ersten Album hatten wir ‚The Wire‘. Auf unserem dritten Album hatten wir ‚Hallelujah‘. Und ich glaube, bei ‚Blood on the street‘ wollten wir einfach einen Song, in dem jede von uns eine Strophe singt. Meine Geschwister und ich sind zusammen aufgewachsen und haben zusammen gejammt. Ich sage es mal so: Als wir diesen Song geschrieben haben, waren wir in einer interessanten mentalen Verfassung. Es war ehrlich gesagt so ein Gefühl von: ‚Du kannst mich mal dafür, dass du mich verarscht hast.‘ Wir haben unseren Aggressionen freien Raum gelassen. Wir haben den Song bereits live gespielt und es fühlte sich total befreiend an.“

„Now it’s time“
Alana Haim: „Hierfür haben wir einfach wilde Sachen ausprobiert und geschaut, was passt. Offensichtlich lieben wir U2 – wir haben ihren Gitarrenriff von ‚Numb‘ verwendet. Es war ein Tausch, denn U2 haben einen Song namens ‚Lights of Home‘ mit Danielles Gitarrenriff von ‚My Song 5‘. Dieses Album ist eine wirklich schöne Reise der Selbstfindung, des sich Wohlfühlens in der eigenen Haut und davon, mit sich selbst allein sein zu können. In diesem Song stehen wir mit unseren sechs Beinen fest auf dem Boden und sagen: ‚Wir haben jetzt jede Emotion aus diesem Kapitel unseres Lebens geteilt – und jetzt sind wir fertig und fühlen uns komplett.‘ Das fühlt sich wie das Ende dieses Kapitels an. Wir können das Buch schließen, es ins Regal stellen und einfach sagen, verdammt, ‚I quit.‘“

© Apple Music
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Titel
Interpret
Genres
Länge
Datum
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