Die Beurteilung dieses Albums ist zweigeteilt. Zuerst das Gute: Mit Leona Lewis erscheint eine neue, junge Künstlerin, der auf grund ihrer phänomenalen Stimme und ihrem wirklich attraktiven Äußeren eine Weltkarriere bevorstehen könnte, wie es seinerzeit eigentlich nur bei Whitney Houston war. Beeindruckend ihr Ausdrucksvermögen, ihre Sicherheit und ihre tonale Spanne.
Das Schlechte: Leider bleibt das Album an sich in fast allen Belangen hinter dieser Stimme zurück. " Bleeding love " ist natürlich, wie man am Erfolg sieht, eine Ausnahme. Die andere, aber das erkennt man schon daran, das er nicht für Lewis, sondern für Roberta Flack geschrieben wurde, ist " The first time I ever saw your face ". Hier zeigt Lewis aber auch gleich in ihrer vollen Bandbreite, zu was sie eigentlich fähig ist. Mit unglaublichem Einfühlungsvermögen und einer Dynamik füllt sie diesen Song in einer Form, welche ihres gleichen sucht.
Alles andere bleibt leider nur leicht über seichtem, unspektakulärem Geplänkel - keine Höhen, keine Tiefen - es läuft so dahin.
Was würde nur passieren, würde sie einem Timbaland, welcher alles zu Gold macht, was er mometan anfasst, einem Terry Lewis, einem Babyface, oder einem Altmeister wie Quincy Jones unter die Finger kommen? Sie würde wirklich an Ihre Grenzen geführt und ein Weltstar werden können.
Leider hat Simon Cowler als Produzent anscheinend nicht ganz die Kapazitäten, ihr dieses zu ermöglichen. Seinen Schritt, Leona Lewis unter einen Exklusivvertrag zu nehmen war nur zu verständlich - ein solches Talent bekommt selbst der größte Produzent nur einmal im Leben vor die Flinte.
Fazit: Wer eine wundervolle Stimme hören möchte - Hier ist eine der besten seit zig Jahren!!
Man darf aber nicht musikalische Ergüsse erwarten, das gibt das Album, bis auf die rühmlichen Ausnahmen, leider einfach nicht her.