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Have One On Me

Have One On Me

Veröffentlicht: 2010-02-23
℗ 2010 Drag City Records
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2014-05-29

Langes Album. Lauter kleine Highlights zwischendrin.

Frau Newsom hat sich ja viel anhören müssen dafür, dass sie hier ein Dreifachalbum vorlegt. Und auch wenn es einige Zeit recht harmlos vor sich hin plätschert: Dazwischen funkeln lauter kleine Juwelen auf. „Good Intentions Paving Co.“ zum Beispiel, dann „Baby Brich“ und wenig später „In California“. Die, verglichen mit den früheren Alben, abwechslungsreichere Instrumentierung macht viel Spaß. Die Stimme ist sanfter und verhaltener als früher.
Frank Bernhard
2011-02-01

Immer noch freaky, immer noch gut

Joanna Newsom ist eine 100%-ige Entweder-Oder-Künstlerin. Man kann diese Frau, ihre Musik und vor allem ihre Stimme und den damit einherkommenden Gesansstil mit all seiner Exaltiertheit und seinen Manierismen nicht einfach nur irgendwie "ganz okay" finden. Gibt's meines Wissens nach auch niemanden. Entweder man liebt dieses Unikum, oder lehnt diese Musik völlig ab.
Sie hat sich spätestens seit ihrem zweiten Album, dem absoult göttlichen und wunderbaren "Ys"-Werk von 2006, im Spannungsfeld zwischen Folk, Minimalismus, Klassik und Freistil etabliert. Diese Platte gilt inzwischen in Fan- und Kritikerkreisen als eines DER ganz großen Meisterwerke der letzten 20 Jahre. Was kann also nach so einer Platte, umjubelten Konzerttouren und dem entspechenden medialen Echo kommen?
Nun, zum Beispiel sehr sehr viel Musik! Das dritte Album ist gleich eine 3-fach CD geworden. Keine Bonus-Tracks oder -Discs, keine Videos oder Bildergalierien oder sonstwas, nur 3 CDs vollgepackt mit 18 Liedern. Einfach noch mehr Joanna Newsom, diesmal öfters mal mit Percussions und Schlagzeug und anderen "klassischen" Folk-/Rockinstrumenten. Oder auch mal alleine zur Piano- anstatt der sonst üblichen Harfenbegleitung. Aber alles in allem trotzdem unüberhörbar in ihrer Handschrift. Die seltsam bis lustig-kindlichen Melodien, die versponnenen, höchst poetischen Lyrics mit ihren abgefahrenen Bildern, die die Worte zeichnen und die Musik ausmalen sind wieder überall präsent. Doch wer Joanna mag, der folgt ihr gerne in diesen wundersamen Kosmos irgendwo zwischen Summer of Love, Kate Bush, Alban Berg und Judy Garland.
Zugegebenermaßen sind über die volle Spielzeit dann doch ein paar langatmige Passagen vorhanden. Aber immer dann, wenn man sich dabei ertappt, irgendwie abzudriften und den Faden zu verlieren, kommt sie plötzliche mit einer kleinen, magischen Melodie um die Ecke gebogen - und man ist wieder voll bei ihr und sonnt sich in den zarten, Windungen ihrer Musik. Und gerade die leisen Passagen, Newsom-typisch nur sie mit ihrer Harfe, laden zum Verweilen, immer wieder Hören und Eintauchen ein.
Auf der anderen Seite sind ein paar knackige, poppige Songs zustande gekommen, die für ihre Verhältnisse fast schon Radiosingles wären ("Good Intentions Paving Company", "Soft As Chalk"). Es finden sich auf diesem Album zwar nicht die komplett überirdischen Momente (wie z. B. die "Meteorite"-Passage von "Emily" auf dem letzen Album), aber wenn nach einem Jahrhundertwerk "nur" eine weitere schöne und tolle Platte kommt, meckert ja keiner.
Musikliebhaber im allgemeinen und Kritiker im Besonderen mögen ja doch (trotz oftmalig gegenteiliger Beteuerungen) Kategorien, um etwas zu be- oder umschreiben. Am Anfang ihrer Karriere wurde Joanna ja in so manche Schublade gepackt: "Weird Folk", "Freak Folk" oder auch "Elfenfolk" und "wassonstnochsoalles". All das war nicht so ganz verkehrt, ob ihrer eigentlichen Verrücktheit und Unkategoriesierbarkeit. Und trotz aller nach wie vor Genregrenzen sprengenden Wundertütigkeit dieser Darbietung finde ich steht ihr "Freak Folk" immer noch gut zu Gesicht. Denn da sich der "Freak" vor allem durch sein Aussenseitertum und seine Andersartigkeit geriert, ist die Musik auf diesem Kunstwerk trotz gestiegenen kommerziellen Potentials und vieler genretypischer Merkmale doch immer noch im postivien Sinne wirsch, verschroben, ver-rückt und versponnen, in höchstem Maße eigenwillig, eigen- und einzigartig und im Wortsinne einfach "freaky". Und meiner Meinung nach großartig. Anspieltipps für Newsom-Neulinge: "Good Intentions...", "Soft as Chalk", für die "Weirdos": "Jackrabbits", "Kingfisher" oder der Titeltrack.
danny1Busch
2010-04-27

@HP & Eke

Ich glaube er meint das Format der Musik. Also 15 für ein paar (eine Hand voll kann man ja wohl nicht sagen) Dateien. Und ehe man losholzt vielleicht noch mal durchlesen und Eigennamen korrigieren.
phantasmagorovich
2010-03-21

@eke66:

Vorher mal schlau gemacht über Frau Newsome? Wenn Du `ne Harfe nicht von anderen Instrumenten unterscheiden kannst oder gar mit "bits n`bytes" verwechselst, solltest Du Dich mit Rezensionen zu Musik vielleicht zurückhalten!
HP1603