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Folge 2: Wolfsnacht

Folge 2: Wolfsnacht

Veröffentlicht: 2012-07-27
℗ 2012 Contendo Media GmbH, under exclusive license to Highscore Music e.K.
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iTunes Store: Kundenrezensionen

2013-03-13

Wieder mal perfekt

Auch diese Folge hat es in sich und hat perfekt unterhalten! Empfehlenswert!
CBanreg
2012-09-06

Schöner sterben mit gutem Sound :)

=== KLASSISCH, ABER DOCH WENDUNGSREICH ===
Ein im Filmbereich klassisches Set-Up: Einsame Bude im finsteren Wald, dubiose Machenschaften draußen – und die Hauptakteure treten schlußendlich die Flucht in eben den finsteren Wald an. Nun mag manch einer sicherlich unken, daß dies nun wahrlich nichts Neues sei. Stimmt. Aber wie so oft muß man auch hier sagen: Muß denn jedes Hörspiel das Rad neu erfinden oder das Medium revolutionieren? Eben. Und dann hat man mit Markus Topf auch noch einen Autoren, der solch eine Grundlage sicherlich nicht ungenutzt lässt – und damit beweist, daß selbst scheinbar ausgetretene Pfade zu wunderbar unterhaltsamen Wegen führen können.
Wenn man allerdings ein “Haar in der Suppe” sucht, wird man bei einer Kleinigkeit fündig: In der Geschichte zertrümmert Daniel geistesgegenwärtig Aylins Mobiltelefon, damit sie nicht geortet werden können. Lässt gleichsam allerdings einen gestohlenen Wagen nebst GPS-Sender und Navigationsgerät vor dem Versteck stehen. Ok, es wird während der Geschichte noch “entschärft”, daß Daniel nicht daran dachte, dennoch ist es ein wenig befremdlich, daß er in einer Minute an eine derartige “Kleinigkeit” wie Fernortung denkt, und das in der nächsten komplett ignoriert.
Wie dem auch sei:
Die Story gestaltet sich durchweg spannend und hält erneut ein paar schöne Wendungen parat, die dem Ganzen einen gehörigen Drive verleihen, den die “Grundausstattung” der Geschichte zunächst nicht erahnen lässt. Gekonnt wird der Spannungsbogen oben gehalten und bis zum Finale hin stetig gesteigert. Langweile sucht man vergebens – eine Stärke, die Topf bislang immer ausspielen konnte.
=== STIMMEN BIS(S) ZUM MORGENGRAUEN ===
Bei den Sprechern findet man in den Rollen der Hauptcharaktere Aylin und Daniel die Namen Annina Braunmiller und Johannes Raspe. Wer sich mit Synchronisation beschäftigt, weiß sofort um wen es sich dabei handelt: Um die “deutschen Stimmen” von “Bella Swan” und “Edward Cullen” aus den “Twilight”-Filmen.
Autor Markus Topf und Regisseur Christoph Piasecki lassen es sich dann auch nicht nehmen, beim “Zapping” einen kleinen Seitenhieb auf die Glitzervampir-Saga auszuteilen – nicht böse, aber wer nicht unbedingt zu den “Twihards” gehört, wird sicherlich schmunzeln können. Davon ab ist die Leistung der beiden durchgehend stark und realistisch. Ja, man darf auch schon mal “F*ck” sagen, wenn etwas nicht so super läuft. Das funktioniert gerade im fiktiven Realismus der Folge sehr gut und von Verzweiflung bis Wut über Hoffnungslosigkeit, Unglauben und Streit wird beiden so ziemlich die gesamte Bandbreite an Emotionen abverlangt.
Claudia Urbschat-Mingues als entführte Wohlständlerin mit einflußreichem und politisch engagierten Ehemann kommt ebenfalls gewohnt überzeugend rüber.
Für Freunde der alten “Hamburger Schule” in Sachen Hörspiel gibt es ein Widerhören mit Henry König, der in den TKKG-Hörspielen beispielsweise der Quasi-Standardsprecher für Klößchens Vater, Schokoladenfabrikant Sauerlich war. Er sprich den Millionär Heinz Marquardt wunderbar einprägsam. Sein Auftritt an sich ist zwar recht kurz, aber -man sehe mir das Wortspiel nach- bombig.
Und dann, ja dann gesellt sich noch eine Stimme dazu, die viele “Macher” wohl kaum für diese Rolle besetzt hätten. Zum Glück ist Christoph Piasecki aber nicht “viele” – und so darf man keinem geringeren als Santiago Ziesmer einmal als richtig, richtig fieses Dreckschwein hören. Wie König auch nur kurz, dafür aber mit einer Verve, als habe er nie einen gewissen gelben Schwamm gesprochen. Eine verflucht starke Leistung und gleichsam ein Apell an viele Schubladendenker, sich auch mal was zu “trauen” und Leute auch mal “gegen den Strich” einzusetzen.
=== SCHÖNER STERBEN MIT GUTEM SOUND ===
“Wolfsnacht” bietet ein realistisches Setting. Entsprechend sind die Anforderungen an den Bereich Soundeffekte: Es muß “einfach” nur echt wirken. Einfach.
Erfreulicherweise gibt es auch in dieser Folge nichts zu beanstanden – im Gegenteil: Neben der rundum überzeugenden und ja, echt echt wirkenden Sounduntermalung, die bei Schritten anfängt, über realstisches Mengengemurmel hin zum langsamen Versinken geht und neben Straßen-/Stadtgeräuschen auch die Waldatmosphäre beispielhaft einfängt, gibt es auch ein paar verdammt gute “Kniffe”, wie etwa die Spielerei mit Promotion-Musikstück, das sehr passend als Übergangsmusik von einer Szene zur nächsten genutzt wird, während der Szene im Radio als “Hintergrund” weiterläuft, um nach dieser Szene wieder vom Radio in die Übergangsmusik geblendet zu werden. Schwer zu beschreiben, verdammt stark zu hören.
=== FAZIT: ===
“Mord in Serie: Wolfsnacht” ist ein schnörkelloser Thriller, der beweist, daß das vermeintlich ausgelutschte “Einsame Hütte im Wald”-Setting noch verdammt gute und spannende Unterhaltung und einige schön böse Wendungen bieten kann. Gespielt von einem superben Sprecherensemble, u.a. mit den “Twilight”-Synchronsprechern Annina Braunmiller und Johannes Raspe, sowie einem Santiago Ziesmer eingesetzt “against all odds” und absolut brilliant in dieser Rolle, untermalt von einer vorbildlich realistischen Effektbegleitung – Leute, worauf wartet ihr? Anhören!
rdohmen