Drei Jahre nach dem letzten Album ‚The Resistance‘ haben Muse jetzt ihr sechstes Album ‚The 2nd Law‘ veröffentlicht. Wie schon am vorigen Album scheiden sich die Geister der Muse Fans, was das neue Album betrifft, da Muse wiedermal neue Wege beschritten und somit eine noch weitere Spannbreite in ihrer musikalischen Entwicklung erreicht haben. Trotz dessen ist der unverkennbare Muse-Sound in allen 13 Tracks vorhanden.
Der erste Track ‚Supremacy‘ leitet das Album mit einem Song ein, der auch auf die Vorgängeralben ‚Black Holes & Revelations‘ und ‚The Resistance‘ gepasst hätte, gleichzeitig aber auch als Titelsong eines Bond Films fungieren könnte. Mit ‚Madness‘ und ‚Panic Station‘ folgen zwei Titel, die zwei völlig neue Stilrichtungen einschlagen. Während ‚Madness‘ starke Dubstep Einflüsse im Drumsound zeigt, ist ‚Panic Station‘ ein Funkrock Song, dessen 80s Sound laut Sänger Matt Bellamy von Prince inspiriert ist. Der nachfolgende Track ‚Prelude‘ bildet die Einleitung zum Titelsong der Olympischen Spiele 2012 in London ‚Survival‘, der jedoch aufgrund eines für Muse-Verhältnisse sehr schwachen Textes im Schatten des restlichen Albums steht. Mit ‚Follow Me‘ bringt Muse nach ‚Supermassive Black Hole‘ und ‚Undisclosed Desires‘ auf den beiden vorigen Alben einen Song, der eine breitere Masse anspricht, von Komposition und Arrangement her jedoch nahezu episch ist. Es folgen zwei Balladen: ‚Animals‘ und ‚Explorers‘. Beide sind wesentlich rocklastiger und enthalten weit mehr Gitarrensound, als die bisherigen Songs auf ‚The 2nd Law‘. Nach ‚Big Freeze‘, einem Titel im klassischen Muse Stil folgen zwei Songs, deren Leadvocals nicht Matt Bellamy, sondern Bassist Chris Wolstenholme übernimmt. Wolstenholme verarbeitet hier seine Alkoholprobleme, bleibt jedoch stimmlich hinter Bellamy zurück. Zuletzt folgen zwei nach dem Albumtitel benannte Tracks, die weitestgehend instrumental angelegt sind und mit einem elektronischen Klanggewitter das Album abschließen.
Mit ‚The 2nd Law‘ hat Muse seinen Fans ein Album beschert, das auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig ist, den Hörer dann aber vollends mitreißt. Es sind Emotionen enthalten – der Track ‚Follow Me‘ beginnt mit dem Herzschlag von Matt Bellamys bis dahin ungeborenen Sohn Bingham und wird vom Sänger als Song über das Vatersein beschrieben – genau, wie politische Statements, die sich vor allem in den Songs ‚Animals‘, ‚Explorers‘, ‚Big Freeze‘ und den beiden Schluss-Tracks in Form von Kritik an der - unter der Last von immer brutaleren Aktienmärkten zusammenbrechenden - Wirtschaft und dem falschen Umgang mit den noch gebliebenen Ressourcen der Erde durch die Menschheit widerspiegeln. Abschließend lässt sich sagen, dass Album nach dem eher enttäuschenden letzten Album ‚The Resistance‘ absolut empfehlenswert ist.