Albenrezension – „Awakened“ von As I Lay Dying
Mit „Awakened“ kam im Herbst 2012 das 6. Studioalbum der Amerikaner As I Lay Dying raus. Mit ihrem Mix aus melodischen Metal und Passagen aus dem Hardcore haben sie sich zu einer der wichtigsten Bands im modernen Metal entwickelt.
Unter dem Namen „As I Lay Dying“ gibt es die Band bereits seit 2001, die ab 2003 mit „Metal Blade Records“ bei einem der größten Plattenlabel in der Metal Szene unter Vertrag steht.
Nun haben die 5 Musiker aus San Diego mit dem neuen Album ein großes Ausrufezeichen gesetzt. „Awakened“ wirkt wieder ein Hauch reifer als ihre erfolgreichen Vorgängeralben „An Ocean Between Us“ 2007 und „The Powerless Rise“ 2010. Vom reinen Metalcore, welches bis 2005 zu erkennen war, entfernt sich die Band mehr und mehr. Merkmale aus dem Melodic Death Metal, Death Metal und Thrash Metal bestimmen zunehmend den einzigartigen Musikstil.
„Awakened“ enthält insgesamt 11 Songs, von denen Track 9, „Washed Away“, ein kurzes Zwischenspiel ist. Auffällig ist, dass im Vergleich zu älteren Alben der Gesang in zweierlei Hinsicht unterschiedlich ist. Der gutturale Gesangsstil, den Frontman Tim Lambesis übernimmt, ist klarer in der Aussprache und Deutlichkeit, hat aber keineswegs an Durchschlagskraft verloren und gibt der Band den nötigen Biss. Bassist Josh Gilbert übernimmt dabei noch häufiger den Teil des Clean-Gesangs als ohnehin schon. In „Whispering Silence“ und „Defender“ singt er untypischerweise Teile von Versen und nicht nur wie gewöhnlich Refrains.
Geprägt wird das Album, wie man es von dem Quintett seit Jahren gewohnt ist, von einer Mischung aus schnellen, individuellen Gitarrenriffs und epischen, melodischen Gesangspassagen. Bemerkenswert bei dem Album ist, dass nahezu jeder Song das Potenzial hätte, der Haupttitel der CD zu sein. Alleine „Resilience“ und „My Only Home“ schwächeln ein wenig im Vergleich zu dem sonst so gelungenen Album.
„Awakened“ bietet jedem Metal-Liebhaber, der auf satten Sound, moderne Riffs und traditionelle Soli steht, den nötigen Reiz. Da es stilistisch dem Vorgänger „The Powerless Rise“ ähnelt, wird jeder der etwas völlig Neues erwartet hat zwar enttäuscht sein. Allerdings ist „Awakened“ der Höhepunkt der elfjähreigen Musikentwicklung und ein Aushängeschild im Modern Metal.