Wenn sich die Violine in „Mein Ziel“ in höhere Sphären swingt, ist das ein famoses Bild wie sich die kapitale, musikalische Qualität der Kompostionen Udo Jürgens entwickelt. Mit fast 80 Jahren scheint er noch lange nicht am Ende.
Die Reime seiner Texter beschreiben solide und gleichzeitig innovativ und kreativ die Zeichen der Zeit. Die Gesellschaftskritik sitzt und die Liebe und die Träumerei kommen nicht zu kurz.
Interessant ist die Eingruppierung „Schlager“ - schon Bastian Sick („Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“) hat Udo Jürgens näher am Chanson positioniert. Aber vielleicht wäre die Bezeichnung „Udo Jürgens“ am besten. Während viele andere populäre Künstler und Künstlerinnen sich an einen, wie auch immer gearteten Mainstream anbiedern, kultiviert Jürgens eine eigene Sparte: Eine kongeniale Mischung aus Orchestersound, Jazz und Chanson im musikalischen Bereich und eine sanfte Melange aus Romantik und Ironie bei seinen Texten.