Selten passte mir ein Cover besser zur Musik, als dieses - eine unerwartet bizarre ,tiefst einsame Einöde, irgendwo in Island oder Grönland, verhangener Himmel und insgesamt eher depressiv.
Yann Tiersen ist den experimentellem Ansätzen seiner letzten Alben weiter treu und doch wieder ganz woanders gelandet - Grönland oder so - und genau das gibt dem ganzen Album den eigenen Charakter. Den aufgeschlossenen Hörer erwarten atmosphärische verschrobene Klangfronten, Nebelbänken gleich, die alles erstmal in eine bizarre oder auch meditative Eintönigkeit hüllen. So hat der musikalische Kern der Stücke immer etwas Arbeit sich aus diesen Wolken heraus zu arbeiten, um dann in ihnen zu verblassen oder neu zu verschmelzen. Hier ist der Weg das Ziel und die Spannung der Musik entsteht aus dem ständigen Wechselspiel zwischen - manchmal auch charmanten - Melodien und atmosphärerisch meditativer Ödniss.
Dieses Album ist echt keine leichte Kost und grade auch ein Fan aus Amelie-Zeiten muss bereit sein, komplett umzustellen. Sich auf dieses musikalische Abenteuer einzulassen, entscheidet man vielleicht ähnlich, wie man sich zu einem anspruchsvollen Bergtrip entschliesst - die meisten würdens lassen, oder aber man muss es einfach selbst erleben.