2024-07-09
Transparenz ist verbesserungswürdig
Es ist bedauerlich, dass durch Erreichen einer gewissen Marktmacht Verbraucherinteressen hinten an stehen, so auch bei Autoscout.
Bei Inseraten sind die oftmals wichtigen Informationen jene, die NICHT im Inserat stehen. Z.B. das Attribut Unfallfreiheit. Euphemistisch kann man nur auswählen, dass beschädigte Fahrzeuge nicht angezeigt werden, reparierte Unfallfahrzeuge erscheinen schlicht nur als „Gebrauchtfahrzeug“. Warum kann man in den Filtern nicht auswählen, ob man Unfallfahrzeuge angezeigt bekommen möchte oder nicht? Warum gibt es bei einem so essentiellen Attribut keine Standardangabe, ob das Auto unfallfrei ist oder nicht?
Ich habe mein altes Auto hier gesehen, ich habe es mit einem Kupplungsschaden und dem Verdacht, dass die Schwungscheibe ausgetauscht werden muss, dem Hinweis, dass ich einen leichten Unfall hatte, der über einen reinen Lackschaden aber nicht hinausging und defektem ABS mit entsprechend vielen Warnleuchten an einen Händler für 4000€ außerhalb von Inet-Plattformen verkauft. Ein paar Tage später wurde das Auto vom Händler hier für 9000€ angeboten, als „Gebrauchtfahrzeug“, kein Wort in der Beschreibung, dass das Auto einen Unfall hatte. Auch steht genauso zu vermuten, dass der Händler dem Verkäufer nichts über den Kupplungsschaden erzählt hat, weil das Symptom mit einem hängenden Kupplungspedal nur sehr sporadisch auftritt.
Wer will wie dem Händler nachweisen, dass er beim Verkauf von dem Schaden wusste?
Und warum können sich hier gewerbliche Händler damit herausreden, dass sie keine Gewähr auf die Richtigkeit der hier gemachten Angaben geben? Wenn man als Käufer u.U. durch das halbe Land fährt, um vor Ort ggf. dann festzustellen, dass wichtige Details doch nicht so vorhanden sind wie im Inserat angegeben, dann setzt das den Käufer unter Druck. Am Ende können Verkäufer einem das blaue vom Himmel hier versprechen, nur um potentielle Käufer anzulocken und darauf zu bauen, dass die Käufer dann doch schon das Auto nehmen werden, wenn sie schon mal da sind, auch wenn der Verkäufer zu viel im Inserat versprochen hat.
Wofür „verdient“ ein Händler überhaupt sein Geld, wenn er noch nicht mal willens ist, Leistungszusagen aus dem Inserat zu garantieren?