Dieser ist mein erster Perry-RhodanRoman und es wird mein letzter sein. Seit Novalis blauer Blume und seinen Beschreibungen von feuchten Träumen habe ich nie wieder solch einen riesengroßen Käse gelesen. Ich bin wirklich kein großer anspruchsvoller Leser aber dieses Buch befindet sich auf einem unbeschreiblich niedrigen Niveau. Die Geschichte an sich hat sogar Potential aber die Umsetzung ist dermaßen platt und wirkt wie die ersten Schreibversuche eines Jugendlichen. Da werden in schneller Folge spacige Fachbegriffe wie Käfigtransmitter, Psi-Materie des Paralox-Arsenals, Mächtigkeitsballung, Distribut-Depots, Zeitspeer oder Zellaktivatorträger abgefeuert jedoch niemals erklärt. Aber der Autor hält den typischen Rhodan-Leser wahrscheinlich für dermaßen abgehoben in seiner Welt, daß er ihm lang und breit erklären muß, was ein simples Okular ist. Und was am meisten nervt, ist die Überbeanspruchung des Wortes hyper in allen möglichen Zusammensetzungen. Es taucht pro Kapitel mindestens dreimal auf. Dann wird noch ständig wird auf irgendwelche Schmalspur-Jongleure Bezug genommen aber nie gesagt, was das eigentlich für Fritzen sind. Auch wenn es sich um eine Serie handelt, sollte man trotzdem ein Mindestmaß an Erklärungen liefern, um auch Neueinsteigern behilflich zu sein. Und nein, ich lese nicht vorher 2559 Romane und das Perrywiki, um die Geschichte annähernd verstehen zu können. Es gibt ein Kapitel, in der Rhodan einen verlorenen Sohn, der wie ein amerikanisches Sportauto heißt, wiedertrifft. Da staunt Rhodan auf über 40 iPod-Seiten immer wieder darüber, daß er es ist. Das kann man doch abkürzen. Überhaupt hat der Roman Längen, die nicht sein müßten. Ein Hauch von Spannung stellt sich schließlich auf den letzten Seiten ein aber dann ist abrupt Schluß. Ist der Autor da plötzlich vor dem aufglühenden Funken von Kreativität zurückgeprallt und hat erschrocken den Hyperfederhalter fallen lassen? Ach nein, es ist ja eine Serie und im nächsten Teil geht der ganze Mist weiter. Versteht mich nicht falsch, Leute. Ich bin großer SciFi-Freund und habe in dieser Richtung viel gelesen und gesehen, oftmals auch großen Tinnef. So stört es mich auch nicht sonderlich, daß in diesem Buch gleichmal ganze Sonnensysteme entführt werden. Aber wie das hier geschrieben ist … nee. Beim besten Willen. Es wirkt, als hätte sich der Autor mangels eigener Ideen kräftig bei Star Trek und Star Wars bedient, ein paar Armaturen der Raumpatrouille eingestreut und das Ganze einmal kraftlos umgerührt. Es ist kaum zu glauben, daß so ein Schnulli die längste Buchserie der Welt sein soll und sogar verkauft wird. Auf der anderen Seite haben Autoren heute kaum Chancen, ihre Geschichten, die um Welten besser sind, verlegt zu bekommen. Vielleicht müssen sie einfach nur ihren eigenen Qualitätsanspruch enorm absenken.