2012-05-13
Nicht nur für Verrückte
Es mutet etwas altmodisch an ein coming-out Buch zu schreiben. Carolin Emcke hat es trotzdem getan. Natürlich wird es intim, geht ja kaum anders, wenn es glaubwürdig sein soll. Zur Schau stellt sich die Autorin aber nicht. Sie verknüpft in 'guter alter' Tradition das Private mit dem Politischen. Intellektuell überzeugend und menschlich warmherzig. Das ist wohl das besondere an den Büchern (Das RAF-Buch ist ebenso lesenswert) der Gebürtigen Hamburgerin: kein Quentchen Zynismus ist an der Journalistin kleben geblieben. Und das die Frau gut schreiben kann, sieht man auf jeder Seite. So, jetzt fragen Sie sich, lieber Leser, bestimmt was nun eigentlich das Thema des Buches ist. Es ist eine leidenschaftliche politische Streitschrift für Menschlichkeit. Für Gleichberechtigung Abweichender. Für alle.