Eine Besserungsanstalt für junge Frauen mit menschenunwürdigen Behandlungsmethoden, traurige Schicksale, grotesk präsentierte Mordopfer - es ist eine düstere Szenerie, in die der Leser Carl Morck und seinen Assistenten folgt. Wenn der Plot, was den Spannungsbogen betrifft, auch hinter den Vorgänger-Romanen zurückbleibt und die Leichenschau bisweilen etwas zu gewollt erscheint, so bleiben die privaten Verstrickungen rund um das Ermittlerteam doch spannend und lesenswert. Carl Morck ist als moderner Antiheld par excellence authentisch, seine Assistenten sind nicht weniger interessante Charaktere. Rose erinnert dabei manchmal an Lisbeth Salander aus Stieg Larssens Werken und Assads wahre Identität bleibt weiterhin nebulös. Dieser Thriller lebt von der außergewöhnlichen Figurenkonstellation, dieses Mal mehr als von der erzählten Kriminalgeschichte.
Eine Stärke des Romans ist die wiederkehrende Durchbrechung der Chronologie zu Gunsten eines Wechsels zwischen Rückblenden und Gegenwart. Dieses Spiel mit den Zeitebenen verlockt trotz einiger langatmiger Wiederholungen im Geschehen zum Weiterlesen!