Unterhalte Gott gut! Wer weiß worauf er sonst kommt ...
Die Haarteppichknüpfer arbeiten ein ganzes Menschenleben lang an ihren Meisterwerken, aus den Haaren ihrer Frauen, den Teppichen für den Palast des unsterblichen Kaisers.
Die gesammte Gesellschaft ist auf diesen Kult des Haarteppichknüpfens und die "Religion", den Glauben an den unfehlbaren Kaiser auf dem unerreichbar fernen Stern ausgerichtet.
Ein Raumschiff trifft auf diese Welt, und es beginnt die Suche nach dem tatsächlichen Ziel für die Haarteppiche, die nie im kaiserlichen Palast auf der Zentralwelt ankommen.
Das Buch gliedert sich fast wie eine Aneinanderreichung verschiedener Kurzgeschichten. Viele Figuren begleiten wir dabei nur ein Kapitel und es ereilt sie bereits jeweils zum Ende des Kapitels ein meist grausiges Schiksal. Trotzdem verliert sich nie der Rote Faden, auch wenn er manchmal so dünn scheint, wie die Haare, aus denen die Teppiche gefertigt sind.
Diese recht lose Struktur trägt dazu bei, dass die Kapitel nicht urplötzlich zu Gunsten eines Thrills unterbrochen werden, sondern der Leser sich mit den Hintergründen, den philosophischen Ansätzen und der Botschaft bereits während der Geschichte auseinandersetzt. Die düstere Atmosphäre und das Rätsel um den Verbleib der kostbaren Teppiche halten des Spannungsbogen ohne jeden weiteren Trick auf höchstem Niveau.
Ein Buch über Religion und Fanatismus. Ein Gedankenspiel zu Arroganz und Ignoranz, zu Rache und Unmenschlichkeit, zum Streben nach Höherem und der Suche nach einem Lebenssinn. Ein Ausflucg in die Unendlichkeit von Raum und Zeit.
Eine brilliante Auseinandersetzung mit dem für uns Menschen so unvorstellbaren, wie dem unendlichen Leben und der Allmacht.
Der Weg ist das Ziel, denn: Was mache ich, wenn ich schon alles erreicht habe?
Eschbach hat mit seinem Debüt ein Meisterwerk geschaffen, unbedingt lesen!!!
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