Eben Alexander will in seinem Buch beweisen, dass sein Nahtoderlebnis ein Beweis für Gott und den Himmel ist (engl. Titel: "Proof of Heaven"). Ausführlich beschreibt er seine Erlebnisse im "Himmel" und wiederholt ständig, es könne sich um keine Einbildung gehandelt haben, da seine Großhirnrinde (Neokortex) durch eine seltene Form der Meningitis komplett ausgefallen war. Dem widersprechen aber meiner Ansicht nach mindestens 2 Punkte:
1. in der Notaufnahme kommt er im Status epilepticus an, nicht ansprechbar, sagt aber "Gott hilf mir". Dazu benötigt er aber sein Sprachzentrum, welches in der Großhirnrinde liegt
2. sein schnelles und klares Erwachen aus dem Koma spricht auch eher gegen eine komplette Ausschaltung seines Kortex
Somit ist meiner Meinung nach sein Hauptargument des funktionslosen Kortex falsch.
Zudem handelt es sich hier um eine subjektive Erzählung, die persönlich gefärbt oder - mit Verlaub - auch frei erfunden sein kann. Als Akademiker (Neurochirurg) müsste Herr Alexander wissen, dass ein Beweis anders erbracht wird!
Für die freie Erfindung spricht auch, dass man mit so einem Bestseller und allen Interviews sicher eine gute Summe verdient.
Wer ein bisschen "googelt", wird auch finden, dass Dr. Alexander wohl nicht der renommierte Mediziner ist, als den er sich darstellt, es gab wohl vor Erscheinen seines Buches einige Differenzen mit Kliniken (sprich er wurde gefeuert).
Sehr seltsam und fast wie ein kitschiger Groschenroman kommt mit auch die Geschichte seiner Krankheit vor: er erkrankt Montag Morgen, ab da setzt ein für die Jahreszeit ungewöhnlicher Dauerregen ein, der erst wieder aufhört, als er am Sonntag wieder aus dem Koma erwacht. So ein Zufall! Und der Engel, der ihn im Himmel begleitet, stellt sich später als seine verstorbene leibliche Schwester heraus, die er aufgrund seiner Adoption nie kennengelernt hatte.
So gerne ich diese Geschichte glauben möchte, vor allem weil sie von einem Neurochirurgen kommt, in dem Fall bin ich wirklich sehr skeptisch. Sorry.