Das Buch DAS SALZ DER ERDE gehört für mich in eine Riege mit anderen großen und umfassenden Generationengeschichten.
Der Leser erlebt das Entstehen, wachsen und den immerwährenden Kampf um die eigenen Ziele des Protagonisten mit.
Ohne zu übertreiben und mit großer Glaubhaftigkeit wird man Zeuge wie aus Michel und seiner Familie im Mittelalter eine "freie" Familie wird. Aus der Unterschicht kommend machen sie sich ihren Verstand zu Nutze und nehmen eine gegebene Chance wahr. Aus den ehemaligen unfreien Bauern wird eine angesehen Kaufmannsfamilie. Trotzdem erleben Michel und sein Bruder immer wieder, dass ältere eingesessene Familien ihnen nicht nur gewogen sind. Statt Respekt vor dem Werdegang aus eigener Kraft bringt man ihnen Neid und Missgunst entgegen.
Die Geschichte und ihre Verlauf sind ein spannender und fesselnder Plot. Sprache und Schreibstil beschreibe ich subjektiv als hervorragend. Ohne zu schwafeln oder langatmig zu werden erhält der Leser eine detaillierte Beschreibung von Orten und Umständen. Zusammenhänge werden klar erläutert und man begreift zu jede Zeit, woher die Handlung kommt und wohin sie führen könnte. Überraschungen gibt es in diesem Sinne nicht; trotzdem ist dies nicht enttäuschend und mindert zu keiner Zeit die Spannung.
Rund 800 Jahre zuvor könnte sich diese Geschichte tatsächlich so zugetragen haben. Und sie könnte sich ebenso in ähnlicher Weise heute wiederholen. Sicherlich nicht in Europa, doch es gibt noch viele Regionen in dieser Welt, die heute ähnliche Machtstrukturen aufweisen wie Europa im Mittelalter.
Vielen Dank an dem Autor für dieses Werk. Es erinnert daran, dass in der heutigen oft schnellebigen Zeit man sich oft daran erinnern sollte, woher die Privilegien kommen, die wir freien Menschen genießen ohne uns oftmals ihrer bewusst zu sein.