Wow, was für ein überschätzter Film. Sicher, er ist visuell schön gemacht. Aber nach spätestens 40 Minuten hat man das Konzept des Films, daß sich eine arme Familie im Haus einer reichen Familie einnistet, komplett verstanden.
Danach folgt viel Leerlauf und Wiederholung.
Auch als hochintellektuelle Fabel auf unsere sozialen Verhältnisse taugt der Film nichts. Er hat nichts neues zusagen, als dass sich Arm und Reich im Kapitalismus bedingen. Das hat man nach wenigen Szenen kapiert. Wo eine reiche Familie ist, gibt es auch arme Familien, die unbedingt reicht werden wollen. Mehr "Message" ist an dem Film nicht dran.
Interessant ist auch, daß die "arme Familie" ebenso wie die "reiche Familie" komplett unsympathisch dargestellt sind. Es geht nur um materielle Dinge und um gutes W Lan. Man geht mit keiner einzigen Figur des Films mit. Alle sind einem letztlich völlig egal.
Was daran ein Oscar Gewinner sein soll, das ist echt ein Rätsel.
"Joker" war der hundertmal künstlerisch spannendere,emotional intensivere und neuartige Film. Er hätte gewinnen müssen. Aber er basierte eben auf einem Comicbook und kam eben vom "Hangover" Regisseur, nicht von einem Arthouse Director. Deshalb hatte Joker es bei den sich als elitäre Kunstverständige gerierenden Journalisten viel schwerer als Parasite. Auch 1917 wäre der viel würdigere Gewinner gewesen.
Parasite ist ein typischer Fall von des "Kaiser`s neue Kleider".
Er ist eigentlich viel, viel simpler, als alle tun, hat keine komplexe Message, das Ende ist lange vorhersehbar und letztlich haudrauf und langweilig. Ausserdem lassen einen die Hauptfiguren völlig kalt. Schaut Euch lieber alte Chabrol Filme an. Die sind thematisch ähnlich, aber viel, viel spannender.