Hart, aber gut
Samuel L. Jackson spielt einen Folterexperten, an dem das ganze doch nicht vorüber geht.
Eine super Besetzung: richtig abgewrackt und total abgebrüht.
Er ist ein absoluter Antiheld mit Identifikationszügen.
Der menschliche Teil findet sich in einer FBI Agentin wieder, die als Identifikationsfigur dient.
Sie verurteilt die Folter, jedoch gerät mit dem Zeitdruck die Einstellung ins Schwanken.
Dreh- und Angelpunkt ist, als Younger droht, nicht nachzugeben und seine Familie gefasst wird.
Fraglich bleibt, ob es eine Grenze gibt. Und wenn ja, würde man dann das Leben tausender, anonymer Menschen
lieber in Kauf nehmen, als das von Personen, die man live sieht und bei denen man in der Lage ist, Empathie zu empfinden?
Der Film ist teils vorhersehbar, das Ende meiner Meinung nach egal - Der Film packt und fesselt einen mit dieser Frage und zieht
einen aus der anonymen Beobachtung ins Geschehen. *****
Zu den negativen Rezensionen:
Krasse Darstellung von Gewalt?
Nein, jeder B-Movie Horror ist härter, noch nicht mal ein Splatter muss es sein.
Brutal ist er trotzdem! Aber eher für die Nerven.
Die weiteren negativen Rezensionen stammen meiner Meinung nach von idealisierten Menschenrechtsvertretern oder
weiteren erhabenen Menschen, die sich der Streitfrage nicht stellen (wollen).
Sie stellen sich von Anfang an auf die Seite der "Guten", lassen sich auf den Film nicht ein.
Hat man selbst die Entscheidungsgewalt und die Verantwortung, ist der Konflikt realistisch und nervenzerreißend.
Dass sich kein Idealist auf so ein Gedankenspiel einlassen will und lieber passiver Beobachter und Moralapostel bleibt, ist klar.
Als Normalbürger Folter etc. zu verurteilen hat, ist selbstverständlich. Man hält die Moral aufrecht, wir sind keine Horde Vieh.
Doch was soll der Entscheidungsträger tun, der sich dem Wohl aller verpflichtet hat?
Wer sich auf so ein Identifikationsspiel einlassen kann, der soll den Film anschauen.