Am Ende bleiben viele Fragen - Seltsam unfertiger Film
Etwas mehr Hintergrund hätte ich mir gewünscht, wenn es um eine der bedeutendsten und einflussreichsten politischen Figuren der Nachkriegszeit geht. Thatchers Motive, ihre Motivationen, der Ursprung ihrer - vermeintlichen - Härte blieben mehr oder weniger unbeleuchtet, bis auf eine kleine Szene aus dem Krieg, die dann wohl für alles als Erklärung herhalten soll.
Die "eiserne Lady" selbst war gar nicht so eisern, kommt eher sympathisch, teilweise etwas naiv und zerstreut rüber. Und damit ist nicht die Erzählebene der bereits Demenzkranken gemeint). Die wiederum ist ausgesprochen gelungen und macht den Film im Verlauf deutlich sehenswerter, als es der Anfang vermuten lässt. Insgesamt, muss man sagen, ist der Film wohl schlicht zu kurz, wie üblich in solchen Fällen, um ”alles" zu erzählen und in die Tiefe zu gehen.
Eine gute Erzählung, sehr gute bis herausragende (Streep) Darsteller machen die Schwächen des Buchs wett. Dem Regisseur gelingt es allerdings nicht, seine Hauptfigur tatsächlich zu fassen. Immer wieder entgleitet sie ihm, schafft er es nicht, mehr aus ihr heraus zu holen. Weder ihre Persönlichkeit, noch ihre privaten und familiären Probleme, ihr Werdegang, ihre Politik werden richtig beleuchtet. Alles bleibt etwas unausgegoren und halbfertig. Immer wernn sich einmal die Möglichkeit bietet, hat man den Eindruck, entscheidet sich der Regisseur für etwas anderes, macht weiter, lässt Streep zweifelsohne stark spielen, verliert aber das Wesentliche aus den Augen.
Am Ende bleibt der Zuschauer etwas ratlos zurück. Er hat ein gelungen inszeniertes, aber seltsam leeres Stück gesehen, ist unterhalten, aber nicht wirklich satt. Verstehen wird er oder sie die "eiserne Lady", oder warum sie überhaupt so genannt wurde, allerdings nach Ansehen dieses Filmes nicht.