Für „Betroffene“ ist das nicht nur schlicht ein sehr guter Film...
...sondern eine Realsatire auf das Leben und die „Ach-so-heile-Vorstadtwelt“ um uns herum.
Ich nehme selbst „Pillen“ gegen Zwangsneurosen... Um ein „normales“ Leben führen, arbeiten gehen und meine Beziehungen und Freundschaften aufrecht halten zu können. Insofern erwartet von mir auf keinen Fall Objektivität!
Aber in all meiner „vorbelasteteten Subjektivität“ finde ich den Film BRILLANT GESPIELT, SCHÖN UMGESETZT und ERMUTIGEND, ohne allzuviel Zuckerguss dafür zu brauchen. Und er hat mir mal wieder TRÖSTEND und SEHR UNTERHALTSAM klar gemacht, dass wir doch alle (mehr oder weniger) ein bisschen „bluna“ sind...
Klar, da gibt es diejenigen unter uns, die waren „offiziell krank“: die waren in Therapie, nehmen Pillen und sind und bleiben in ihrem Verhalten wahrscheinlich immer ein bisschen „auffällig anders“ als die Allgemeinheit.
Aber dann gibt es eben auch noch die „offiziell Gesunden“: die, die Fernbedienungen parallel ausrichten - die, die glauben, dass „alles gut ist“, wenn nur genug leckeres Essen parat steht - die, die sich abrackern, um ihrer Frau in jedes Zimmer einen iPod-Anschluss bauen lassen zu können - die, die glauben, dass ihr Land „besser“ wäre, wenn es keine Ausländer gäbe... Ich könnte endlos weiter machen.
Mir hat der Film in Erinnerung gerufen, was mir wichtig ist und was nicht.
Aber selbst ohne „Psycho-Vorgeschichte“ ist dieser Film glaube ich, rein cineastisch betrachtet, richtig gute Handarbeit und damit sehenswert: man kann über ihn lachen, man kann über ihn weinen, und wenn man „Bock drauf“ hat, kann man sogar über ihn sinnieren.