Sehr gut gemacht, tolle Ausstattung und Kostüme, eine Tilda Swindon die auf die ganz eigene Art überzeugend ist, und eine sehr tiefgehende Betrachtung der Welt. Die Vampirgeschichte ist irgendwie nur der Aufhänger, aus ihr ist die Vogelperspektive entlehnt. Wenn man mehrere Hundert Jahre zu leben hätte, käme einem vieles von dem, was wir so treiben, und was uns so wichtig erscheint, ziemlich schwachsinnig vor. So sind hier die Menschen die wahren Zombis, unkultiviert und roh, während sich im Verborgenen die wahren Genies tummeln, er- und belesen, hintergründig und doch irgendwie menschlich. Beißen nur im Notfall!
Ja, die Geschichte hat mir großen Spaß bereitet. Wer Detroit kennt, und auch die alte Packard-Fabrik, den etwas morbiden Charme der alten Stadtteile und vergammelten Industrielandschaften, für den ist das hier ein Leckerbissen, schönes Deja vu... Und eine Liebesgeschichte noch dazu.
Ausserdem noch was für die Anhänger der E-Guitarre, es gibt eine tolle Sammlung von Raritäten, eine Jam-Session, die sich gewaschen hat. Sehr groovy und psychedelic, so wie der hier als Trailer ausgewählte Ausschnitt. Wanda Jackson in superslow, wie genial ist das denn. Da bekommt der "Trichter der Liebe" eine ganz neue Dimension. Im Original ist die fast doppelt so schnell. Ganz GROSS ist Jasmin mit ihrem Stück HAL, hier kommt das ganze im Film, wo sie in Tanger in einer Kaschemme performt, wesentlich atmospharischer und intensiver rüber, als in dem Soundtrack zum Film, ein Genuß der besonderen Art. Der Film ist ein Kleinod und steckt voller Andeutungen und Bezüge. Es hilft allerdings, wenn man weiß, wer z.B. Fibonaci war, sonst ist es nur der halbe Spaß.
Meine volle Empfehlung!