Tolle Bilder - der Rest... weniger als schwach
Also bildgewaltig ist der Film schon, die Kameraführung ist sehr gut und die Requisiteure haben sowohl beim Bühnenbau als auch am Computer hervorragende Arbeit geleistet. Lediglich die Moore bleiben hinter den Erwartungen zurück, da sie doch sehr nach bei Avatar abgekupfert wirken.
Leider ist das auch schon das einig durchgehend Gute an diesem Film.
Bei den Schauspielern weiß lediglich Sam Riley als der wandelbare Rabe Diaval wirklich zu überzeugen.
Elle Fanning als Prinzessin Aurora kommt nur deshalb relativ glaubwürdig daher, da sie eigentlich nur eine Nebenrolle einnimmt. Wirklich an der Handlung teilnehmen, abgesehen von dem Moment in dem sie die Flügel Maleficent's befreit tut sie nicht.
King Stephan und seine Gefolgsleute sind ebenfalls eher flach aber eben nötig. Seine Motivation Maleficent ihrer Flügel zu berauben ist der einzige Teil den man ihm wirklich abnimmt.
Die Drei Feen, die Auroras „Tanten“ darstellen sollen, sind allenfalls für ein paar gequetschte Lacher gut, aber nur wenn man sowieso schon im Keller ist.
Womit wir zu Maleficent alias Angelina Jolie kommen: Auch berühmte Schauspieler liefern mal eine schlechte Leistung ab, aber die gleich so konsequent durchgängig unterirdisch sein kann ist fast schon wieder bewundernswert. Noch nie habe ich Jolie so unglaubwürdig einen Charakter verkörpern sehen, da passte hinten und vorne nichts zusammen. Ob es am Drehbuch lag oder daran das Jolie mit ihrer Rolle völlig überfordert war, weiß ich nicht, wahrscheinlich beides, den Maleficent wirkt völlig zusammenhanglos. Die Motivationen der Fee sind bis zum Fluch noch halbwegs glaubwürdig, aber was danach folgt wirkt doch arg durcheinander.
Ein Gutteil dessen kann man jedoch auch auf die wirklich grauenvolle Maske schieben, die man Maleficent gegeben hat. Jolies Gesicht wirkt dermaßen überzeichnet, dass man den Eindruck bekommt, man habe es mit dem Joker aus Batman zu tun, wobei nicht einmal der so bemalt ist.
Der Prinz der dann irgendwann auftaucht, ist die Figur, die ich am wenigsten verstanden habe. Für was ist der da???? Ist den Drehbuchautoren nach Abschluss der Dreharbeiten eingefallen: „Ach Mist, im Märchen kommt ja auch noch ein Prinz vor, den müssen wir irgendwie reinqutschen...“, oder was? Selten so gelacht wie über Prinz Phillip. die überflüssigste Figur des ganzen Films. Da hätte ich mir eher Diaval als zukünftigen Partner Auroras gewünscht, dass wäre wenigstens logisch nachvollziehbar.
Die Dialoge des Films sind insgesamt, bis auf wenige Ausnahmen, flach und leidenschaftslos und wissen in keiner Weise zu überzeugen. Alles in allem ein Einmal-Film: Einmal sehen und danach vergessen, Wiederansehenswert gleich null, wenn man ihn nicht gesehen hat, kein Verlust, hat sich wenigstens das Geld gespart.
2 Sterne für die Kameraführung und für die Leistung von Sam Riley als Diaval, und dann ab dafür...