Auf dem Waldorfauge blind?
Max und Jakob beschreiben „Waldorf“, wie es das Marketing vom Bund der Freien Waldorfschulen kaum besser machen könnte.
Jakob schätzt z.B. die „Innenschau“, „das Singen“, Rituale mit Kerzen. Max das Handwerkliche, Künstlerische, schliesslich mag seine Tochter an der staatlichen Schule Kunst und Sport und Musik.
Zitat Jakob: „ja, wir werden alle richtige kleine verkopfte Scheissroboter“. Durch intellektuelles Lernen würde einem ermöglicht eine Atombombe zu bauen etc.
Warum schauen die beiden nicht mal hinter den Vorhang der vermeintlich heilen Waldorf Welt?
Mit keinem Wort wird die zugrunde liegende Weltanschauung „Anthroposophie“ erwähnt. Entwickelt vom selbsternannten Hellseher und „Universalgelehrtem“ Rudolf Steiner.
Kein Wort darüber, dass Anthroposophie zwar nicht als Fach gelehrt wird,antroposophische Praxisfelder wie z.B. das Fach „Eurythmie“ obligatorisch sind, damit eine Schule die Marke „Waldorf“ verwenden darf.
Kein Wort zur „Jahrsiebtenlehre“ - verkürzt:
Anthroposophen glauben, dass ein Mensch unfertig geboren wird und nach 7 Jahren noch fehlende Körperhüllen erhält:
„Ätherleib“ und „Astralleib“. Intellektuelles Lernen oder gar Kritik vor dem 12. Lebensjahr schade dem Kind in der Entwicklung.
Kein Wort zu pädagogischen Konzepten wie die Annahme eines Klassenlehrers als „geliebte Autorität“.
Kein Wort zum Epochenunterricht, oder dem nicht verwenden vom Schulbüchern.
Kein Wort dazu, dass ein Klassenlehrer 8 Jahre lang die Hauptfächer unterrichten soll.
Es ist sicherlich zutreffend, dass es an staatlichen Schulen viele gerechtfertigte Kritikpunkte gibt.
Einiges scheint an Waldorfschulen auf den ersten Blick tatsächlich besser zu laufen.
Leider lassen Max und Jakob beim Thema Waldorf ihre fachliche Qualifikation (zumindest bislang) außen vor.
Als Pädagoge könnte Max sich anschauen, was „Erziehungskunst“ (Eigenbezeichnung der Waldorfpädagogik) konkret bedeutet.
Jakob als Psychologe und ehemaliger Zeuge wird auch auf einiges treffen, was völlig konträr zu dem steht, was er z.B. in anderen Podcasts erklärt.
So findet z.B. die Temperamentenlehre (ein Persönlichkeitsmodell aus der Antike) noch konkrete Anwendung.
Schade nur für die Menschen, die dazu Fragen vor dem 12. Lebensjahr entwickeln…